Mythen und Fakten der Fitnessbranche genauer betrachtet

20 / May 2014

Mythen und Fakten genauer betrachtet

 

In keinem Sportbereich wie dem Kraftsport gibt es so viele Mythen und Fakten. Falsche Tatsachen reihen sich neben unnützen Tipps und verkomplizierten Denkweisen. Dies führt zu viel Verunsicherung unter den Fitnesstudiobesuchern. Was ist nun wirklich richtig? Was hilft mir wirklich auf meinem Weg zu Erfolg? Fragwürdige Studien von Herstellern sorgen für  eine fragwürdige Ausrichtung des Konsums und zur Verbreitung noch fraglicheren Theorien. So pumpen wir uns mit übermäßig viel Protein voll und vermeiden Kohlenhydrate. Doch der Körper ist deutlich komplexer als diese vereinfachte schwarz-weiß Denke. In diesem Beitrag haben wir uns mit gängigen Mythen der Fitnessbranche beschäftigt und möchten euch nun bezüglich dieser Mythen aufklären.

 

I.)             Eigelb

Aufgrund des enthaltenen Fettes und dem Cholesterin gilt Eigelb als absolutes No-Go für Bodybuilder. Eiweiß hingegen wird von Sportlern angehimmelt und in fast jede Speise eingebaut. Doch das Eigelb verfügt über ungeahnte Stärken wie viele B-Vitamine, essentielle Fettsäuren und hochwertige Proteine. Also zukünftig darfst du bei deiner Ernährung auf ganze Eier setzen, da diese gut für deinen Muskelaufbau sind.

 

 

II.)           Mehr Mahlzeiten

Ständig und überall Proteine! Die Versorgung mit ausreichend Proteine ist das wichtigste Tagesziel eines jeden Sportlers, doch der Vorteil von vielen Mahlzeiten auf den Organismus wurde noch nicht wissenschaftlich bestätigt.

Am Ende des Tages zählt das Ergebnis der Nährstoffbilanz. Für eine Gewichtsreduktion muss diese ein Defizit aufweisen. Dem Körper ist es egal wann er seine benötigten Nährstoffe bekommt.

 

III.)         Anaboles Zeitfenster

Ein jeder kennt es: Das magische Zeitfenster direkt nach dem Training. Der Körper lechzt regelrecht nach Nährstoffen und wartet nur darauf Proteine zu stahlharten Muskel zu verbauen. Doch die Realität ist anders: Das Anabole Zeitfenster ist deutlich länger geöffnet als 60 Minuten nach dem Training. Man spricht hier von 24 Stunden nach dem Training von einer deutlich erhöhten Proteinsynthese.

 

IV.)         IIFYM

IIFYM ist ein Ernährungskonzept, welches die Abdeckung der Makronährstoffe beschreibt. Dieses Konzept wird von vielen als Freischein für Fressattacken gedeutet und es kommt zum unkontrollierten Konsum von Junkfood. Auf gesunde Vitamine und magere Proteine wird in diesem Fall nicht geachtet. Wenn du IIFYM anwendest, solltest du es auch richtig tuen.

 

V.)           Konsequente Diät – Stählender Körper

Heute ist eine Diät das Synonym für den Verzicht auf Abwechslung. Damit ist der Sinn von Diäten völlig fehlinterpretiert. Je härter die Diät, um so erfolgreicher bist du beim Erreichen deiner Ziele. Mit kulinarischen Köstlichkeiten wie Reis, Pute und Brokkoli beschreitest du deine Woche. Dabei gibt es über 1000 gesunde Lebensmittel, die deinen Tag nicht nur sättigend bereichern. Geh einen Schritt zurück und finden den Spaß am Essen wieder, damit du bewusst und voller Energie deine Trainingsziele erreichen kannst. Zudem erhöhst du so zusätzlich dein Durchhaltevermögen in Diäten, wenn du dir ab und zu etwas genehmigst.

 

VI.)         Früchtespaß

Früchte sind unheimlich gesund, sie besitzen viele Vitamine, Fruchtzucker und essentielle Mikronährstoffe. Doch habe ich nun den Freibrief für unkontrollierten Obstkonsum? Natürlich nicht! Die im Obst enthaltene Fructose wird in der Leber verstoffwechselt und die Leber nimmt 50-60 Gramm des Glykogen auf. Sind die Speicher voll, dann wird die Fructose in Fett umgewandelt und nicht als wertvolles Muskelglykogen eingelagert. Auch Obst kann zu Fett führen, wenn man zu viel davon konsumiert.

VII.)       Keine Kohlenhydrate am Abend

Jeder kennt auch diese Regel: Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr – Carbs am Abend sind böse und sorgen dafür, dass du dick wirst. Auch dies ist absoluter Nonsense. Wann du temporär Kohlenhydrate aufnimmst ist deinem Körper prinzipiell egal. Wichtig ist in diesem Fall  auch wieder eine ausgewogene Energiebilanz und eine gewichtete Verteilung der Makronährstoffe.

VIII.)     Sojaprotein vs. Männlichkeit

Sojaprotein steigert die Aktivität der Östrogenrezeptoren und senkt jedoch gleichzeitig die Aktivität der Androgenrezeptoren. Eine messbare Veränderung erfährt der Mann jedoch erst ab 60g Sojaprotein pro Tag. Bis zu diesem Punkt ist Sojaprotein eine herausragende Quelle für Isoflavine und Lecithin. Diese reduzieren den Blutdruck und können das Risiko für einen Herzinfarkt senken.


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